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Laufenten

Die besten Nacktschneckenjäger!

Zur Hasenmühle gehört eine Gruppe Laufenten, die tagsüber im Garten oder auf dem Frohnbach freien Auslauf hat.

Wie alle Bewohner der Hasenmühle haben auch die Enten ihren Job: neben der Produktion von Eiern halten sie im Nutzgarten die Nacktschnecken in Schach und stehende Wasserstellen frei von Mückenlarven.

Laufenten fallen sofort auf durch ihren hohen schlanken Körper, der sie zu den Models unter den Enten macht. Ihr aufrechter Gang erinnert an einen Pinguin oder an eine Marionette. Trotz ihrer beachtlichen Flügelspannweite können Laufenten lediglich ein paar Meter flattern, aber nicht fliegen, was sie ideal für einen eingezäunten Garten macht. Aber ca. ein Meter hoch sollte der Zaun schon sein, denn wenn sich eine Ente erstmal in den Kopf gesetzt hat die Welt außerhalb Ihres Gartens sei interessanter sprich nahrungsreicher, dann wird sie es immer wieder versuchen dorthin zu gelangen. Und Enten können sehr hartnäckig sein.

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Ein paar Infos zur Historie

Die indische Laufente ist eng verwandt mit unserer Stockente (Anas platyrhynchos), was von Charles Darwin höchstpersönlich nachgewiesen wurde. Urspünglich in Ostasien (Indien bis Malaysia) beheimatet, wurden die flugunfähigen Enten dort in erster Linie als Eierlieferanten gehalten. Ihr Auslaufterrain waren die Reisfelder. Um 1850 importierten die Engländer die Laufente nach Europa, wo sie in zoologischen Gärten zunächst zur Reinzucht und Kreuzung eingesetzt wurde. Die Tiere erfreuten sich schnell großer Beliebtheit, nicht zuletzt wegen ihrer Lebhaftigkeit und Agilität. Laufenten sind sehr aufmerksam, ständig in Bewegung, leider aber auch sehr misstrauisch und scheu und darum nur schwer an einen vertraulichen Umgang mit Menschen zu gewöhnen.

Laufenten werden in Deutschland offiziell in zehn verschiedenen Farbschlägen gezüchtet: wildfarbig, forellenfarbig, silber-wildfarbig, schwarz, weiß, blau, erbsgelb, braun, rehfarbig-weißgescheckt, blau-gelb. Durch die vielen privaten Halter und Hobby-Züchter herrscht mittlerweile jedoch ein ziemliches Farb-Tohuwabohu in den Gärten und auch auf dem Markt. Wer Wert auf reinfarbige Tiere legt, sollte darum besser keiner Privatanzeige trauen, sondern direkt einen offiziellen Züchter kontaktieren. Denn eine äußerlich schneeweiße Ente kann ohne weiteres einen schwarzen Vater haben. Was Sie u.U. aber erst in der Enkel Generation merken werden.

(Züchterliste unter www.laufenten-sv.de).

Für private Gartenbesitzer interessant wurde die Laufente durch ihre Vorliebe für Schnecken. Denn eine regelrechte Plage für Nutz- und Hausgärten stellt mittlerweile die spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) dar, die in den 1960er Jahren von Südwesteuropa nach Mittel- und Nordeuropa eingewandert ist. Natürliche einheimische Schneckenfeinde wie Igel und Kröten verschmähen die spanische Wegschnecke weitestgehend wegen ihres bitteren Schleims. Der Laufente jedoch scheint dieser Schleim nichts auszumachen, sie ist geradezu verrückt nach Nacktschnecken.

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Wichtige Infos zur Haltung

Laufenten sind sehr genügsam. Wo entsprechend Auslauf vorhanden ist, braucht man (außer im Winter) kaum zuzufüttern (Getreidekörner, gekochte Nudeln und Reis, eingeweichtes Brot etc). Neben Schnecken werden auch andere Insekten (Laufenten sind hervorragende Fliegenfänger) und Pflanzen, vor allem viele Gräser gefressen. ACHTUNG: Laufenten können auf den Geschmack von Salat und Kohl kommen. Die Minusgrade des Winters machen Laufenten nicht viel aus.

Absolutes Muss ist ein Raubtier-sicherer Stall oder ein entsprechendes Gehege für die Nacht. Feind Nr 1 ist der Fuchs; vor allem im Frühjahr, wenn die Füchsin ihre ewig hungrigen Jungen groß zieht. Mit Mardern hatten wir selbst noch nie ein Problem, obwohl nachweislich Marder in unserem Garten ein- und ausgehen. Marder sind interessanterweise mehr an Eiern interssiert und weniger an den Tieren. Auch Habichte können eine Gefahr für Enten darstellen; hier an der Mittelmosel bekommen wir aber nur Probleme mit den Beutegreifern, wenn die Winter besonders weit ins Frühjahr hineinreichen und die Not für die Wildtiere dadurch besonders groß wird.

Fast noch gefährlicher als Füchse haben sich in unserer Gegend Spaziergänger und Wanderer mit frei laufenden Hunden erwiesen. In all den Jahren haben wir tatsächlich mehr Enten an Haushunde verloren als an Fuchs und Habicht zusammen.

Laufenten können über 10 Jahre alt werden und legen pro Ente bis zu 150 Eier im Jahr. Die Eier sind oft grünlich und ein wenig größer als Hühnereier und weisen einen sehr großen Dotter auf, was sie ideal fürs Backen von Kuchen und Omeletts macht.

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Allgemein wird behauptet, dass man aus hygienischen Gründen Enteneier nicht als weichgekochtes Frühstücksei verzehren, sondern mindestens 9 Minuten kochen sollte. Es stimmt zwar, dass Enten ihre Eier nicht wie Hühner sorgfältig in ein- und demselben Nest platzieren, sondern auch mal mitten im Gehege oder Garten ablegen, aber dass die Schale dünner und durchlässiger (poröser) für Verschmutzungen sein soll, fällt uns schwer zu glauben. Denn es gibt da ein Gerücht, wonach die im 20. Jhd. aufkommenden industriellen Hühnerbarone eine fiese Kampagne gegen die Konkurrenz der Enten- und Gänsehalter losgetreten haben sollen: das saubere hygienisch einwandfreie Industrie-Hühnerei gegen das nicht industrielle und darum notgedrungen bakteriell verseuchte Enten- bzw. Gänseei. Wie dem auch sei - wer auf der sicheren Seite sein will, sollte wohl ohnehin jede Art von Ei vor dem Verzehr gründlich durchkochen bzw backen.

Laufenten dürfen nie alleine gehalten werden. Die Tiere sind äußerst gesellig und pflegen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Allerdings vertragen sich die wenigsten Erpel miteinander. Auch ein einzelnes Pärchen ist spätestens dann als soziale Gruppe zu klein, wenn die Ente brüten will und ihren Partner - wenn Sie ihr die Eier nicht beständig wegnehmen - deswegen zwangsläufig für ca. drei Monate verlässt. Denn Laufenten gehören wie ihre nahen Verwandten die Stockenten zu den wenigen Vogelarten, bei denen die Mutter alleine den Nachwuchs versorgt. Es ist sogar unbedingt erforderlich den Erpel von der brütenden Ente und später den Küken zu trennen, denn Entenväter erkennen ihren Nachwuchs nicht. Viele Erpel betrachten die Küken als fremdartige Eindringlinge, die es zu verjagen gilt. Tödliche Angriffe sind keine Seltenheit. Erst ab einem Alter von sechs Wochen sind die Küken groß genug, um eventuelle Attacken eines Erpels gut zu überstehen.

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Aus eigener Erfahrung raten wir jedoch, sich das mit dem Brüten genau zu überlegen. Küken sind zwar ungemein niedlich, aber aus Küken werden erwachsene Enten und wohin damit, wenn sich die Gruppe nicht miteinander verträgt oder der Garten zu klein wird? Erpel können sich bis aufs Blut bekämpfen und neigen dazu die Enten des Rivalen zu "vergewaltigen". In der freien Natur würden die im Kampf um die weiblichen Tiere unterlegenen Erpel die Gruppe verlassen und sich eine neue Partnerin suchen, aber in einem vom Menschen gemachten und eingezäunten Garten zwingen wir die Tiere gegen ihren Willen beieinander zu bleiben. Und so sind während der Sommermonate die einschlägigen Internet Marktplätze regelmäßig voll mit Entenhaltern, die verzweifelt ihre überschüssigen Jung-Erpel loswerden wollen.

Ebenso wichtig für eine Ente ist Wasser. Die Schneckenfresser brauchen das Wasser unbedingt; auch um den Schneckenschleim aus dem Schlund zu spülen. Teich oder Bachlauf sind ideal, aber nicht unbedingt nötig. Mehrere aufgestellte Bottiche und Schüsseln erfüllen ebenfalls ihren Zweck. Allerdings sollten die Enten, unserer Überzeugung nach, in mindestens eine Wasserstelle auch hineinsteigen, schwimmen und untertauchen können zum Baden und für die Körperpflege. Eine relativ preiswerte Lösung bietet da z.B. ein aufblasbares Kinderplantschbecken.

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VORSICHT mit einem Feuchtbiotop im Garten! Laufenten gründeln für ihr Leben gern und schaffen es innerhalb von wenigen Stunden, das sorgfältig angelegte Wasserreservat in ein schlammiges Loch zu verwandeln.

(Weitere Infos unter www.laufenten.de).



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Tel 06534 93120     Email info@hasenmuehle.de